2026 - Rückkehr der BlackBerry Idee
Geschrieben von Oliver am
Wer vor einigen Monaten behauptet hätte, dass physische Tastaturen auf Smartphones noch einmal ein Comeback erleben würden, wäre vermutlich belächelt worden. Nach dem Ende von BlackBerry Mobile schien der Markt endgültig von großen Touchscreens dominiert zu werden. Doch 2026 zeichnet sich ein anderes Bild ab: Noch nie seit dem Ende von BlackBerry gab es so viele neue Geräte mit physischer Tastatur gleichzeitig in Entwicklung oder bereits im Verkauf.
Was als Nische begann, entwickelt sich zunehmend zu einer eigenen Produktkategorie.
Das Interessante an der aktuellen Entwicklung ist, dass kaum eines der neuen Geräte versucht, ein klassisches BlackBerry einfach zu kopieren. Stattdessen greifen die Hersteller zentrale BlackBerry-Ideen auf und setzen auf Produktivität statt Unterhaltung, Kommunikation statt Doomscrolling und physische Tastatur statt Bildschirmtastatur.
Aktuell dürfte das Unihertz Titan 2 Elite die stärkste reale BlackBerry-Alternative sein. Unihertz hat aus den Erfahrungen der bisherigen Titan-Serie gelernt und bietet ein deutlich moderneres Gerät mit Android 16, AMOLED-Display, einer Touch-sensitive Tastatur und langfristiger Software-Unterstützung.
Besonders bemerkenswert ist die Kombination aus physischer Tastatur und kapazitiven Gestenfunktionen. Damit werden viele Stärken eines klassischen BlackBerry wieder nutzbar, ohne auf moderne Android-Funktionen verzichten zu müssen.
Für viele ehemalige BlackBerry-Nutzer dürfte das Titan 2 Elite derzeit das interessanteste verfügbare Smartphone sein.
Während Unihertz bereits Geräte ausliefert, arbeitet Clicks weiter an seinem Communicator, der sehr "BlackBerry-lastig" werden soll.
Der Clicks Communicator ist kein normales Android-Smartphone. Das Konzept wurde von Grund auf auf Kommunikation ausgelegt. Zu den bekannten Funktionen gehören Android 17, eine Touch-sensitive Tastatur, Signal LED und Message Hub.
Viele Funktionen erinnern bewusst an klassische BlackBerry-Geräte, ohne diese direkt zu kopieren.
Sollte Clicks seine Roadmap einhalten, könnten die ersten Geräte im Laufe des vierten Quartals 2026 ausgeliefert werden. Zudem wurde mit dem Communicator Ring das erste offizielle Zubehör angekündigt
Während der Communicator noch auf seine Markteinführung wartet, hat Clicks mit dem Clicks Power Keyboard bereits einen überraschenden Erfolg gelandet. Statt ein neues Smartphone zu verkaufen, bietet Clicks eine Lösung für bestehende Geräte wie das iPhone, Android-Smartphones oder Tablets.
Die Idee ist einfach: Eine physische Tastatur wird bei Bedarf mit dem Smartphone kombiniert und bietet als zusätzliches Zubehör eine Powerbank und Qi-/Qi2-Unterstützung.
Gerade für ehemalige BlackBerry-Nutzer, die ihr aktuelles Smartphone nicht aufgeben möchten, ist das Power Keyboard derzeit eine der interessantesten Lösungen überhaupt.
Nicht zu vergessen ist das Clicks Keyboard. Eine Lösung für iPhones und ausgewählte Android-Smartphones, die das Tippen zu einem Erlebnis macht und die Produktivität enorm steigert Das Clicks Keyboard ist eines der von mir am meisten genutzten Zubehöre in Sachen Tastatur. Dieser Text wird gerade auf dem Clicks Keyboard geschrieben.
Eine der spannendsten Entwicklungen und größte Überraschung der letzten Wochen kommt mit dem Minimal Phone 2 von der Minimal Company.
Mit dem Minimal Phone 2 entsteht ein Gerät, das die ursprüngliche Idee des Digital Detox mit zeitgemäßer Hardware verbinden will.
Besonders interessant und eine Abgrenzung zum Minimal Phone 1: OLED statt E‑Ink, Fokus auf Produktivität, kompaktes Design und modernes Android-System.
Damit bewegt sich das Gerät deutlich näher an ein modernes Keyboard-Smartphone als sein Vorgänger. Sollte das Projekt erfolgreich umgesetzt werden, und so sieht es derzeit eindeutig aus, könnte hier ein völlig neuer Smartphone-Typ entstehen.
Zuletzt sorgte das neue Projekt TENGPAI als Herausforderer für Aufmerksamkeit.
Nach Monaten voller Spekulationen läuft inzwischen die Kickstarter-Kampagne des Gerätes, welche aber sehr verhalten beginnt.
Angekündigt sind ein Snapdragon 7s Gen 2, Android 16, 4,5-Zoll-Display, 5000-mAh-Akku und eine Touch-sensitive Tastatur. Technisch wirkt das Datenblatt äußerst attraktiv.
Allerdings gilt weiterhin:
Bis unabhängige Praxistests vorliegen, sollten die Herstellerangaben mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden Trotzdem gehört TENGPAI aktuell zu den spannendsten Newcomern der Szene.
Auch Zinwa arbeitet weiterhin an einem eigenen Smartphone.
Das Zinwa Q27 ist inzwischen vorbestellbar und soll unter anderem Android 16, ein 4-Zoll-AMOLED-Display, 12 GB RAM, Wireless Charging sowie erweiterbaren Speicher bieten.
Nach den gemischten Erfahrungen mancher Nutzer mit früheren Zinwa-Projekten beobachtet die Community die Entwicklung derzeit mit besonderem Interesse, aber auch Skepsis. Ob das Q27 ein Erfolg wird, dürfte sich vor allem an der Lieferfähigkeit und Softwarequalität entscheiden.
Hardware ist jedoch nur ein Teil der Rückehr der BlackBerry Idee in 2026. Viele Nutzer versuchen heute, das klassische BlackBerry-Gefühl auf bestehenden Geräten zurückzubringen.
So wurde Ubuntu auf einem BlackBerry Classic gesichtet.
Besonders hervorzuheben ist dabei Klava Keyboard. Klava entwickelt Tastaturen und Themes im BlackBerry-Stil für Android und iOS. Die App gehört inzwischen zu den interessantesten Tools für ehemalige BlackBerry-Nutzer.
Ripe Launcher dagegen verfolgt das Ziel, klassische BlackBerry-Bedienkonzepte auf Android zurückzubringen. Viele Nutzer sehen darin einen der spannendsten Launcher der letzten Jahre.
Auch Niagara bleibt für produktivitätsorientierte Nutzer weiterhin ein wichtiger Kandidat, wenn es darum geht, Ablenkungen zu reduzieren. Der Niagara Laucher wird übrigens auf dem Clicks Communicator vorinstalliert sein.
Fazit: 2026 zeigt deutlich, dass das Interesse an physischen Tastaturen keineswegs verschwunden ist. Der Unterschied zur ersten BlackBerry-Renaissance rund um KEYone und KEY2 besteht jedoch darin, dass die heutige Bewegung nicht primär von Nostalgie getrieben wird. Die neuen Geräte richten sich an Menschen, die effizienter arbeiten möchten, weniger Zeit in sozialen Netzwerken verbringen wollen, eine bessere Texteingabe suchen oder ihr Smartphone einfach bewusster nutzen möchten.
Ob Unihertz, Clicks, Minimal Phone, TENGPAI oder Zinwa: Gemeinsam zeigen sie, dass die Grundidee hinter BlackBerry auch viele Jahre nach dem Ende der Marke noch immer lebt.
(Quelle: BBUGKS)
Wie in verschiedenen Medien berichtet wird, ist ein Film mit dem Namen "BlackBerry" abgedreht worden, der den Aufstieg und Fall von Research In Motion dokumentiert.
Wie BlackBerry heute bekannt gegeben hat, wurden Patente im Wert von 600 Millionen US-Dollar an die Firma Catapult IP Innovations Inc. verkauft.